Grafische Bearbeitung des Fotos des Elsenbrücke (Foto: Spyrosdrakopoulos)
Foto: Spyrosdrakopoulos_CC-04

A100-Stau wird von Alt-Treptow nach Friedrichshain verlängert

Das Verkehrschaos vom 16. Abschnitt ist nicht aufgehoben, nur ausgeweitet.

+++ Pressemitteilung des Bündnis A100 wegbassen +++

Mit der Eröffnung der neu gebauten Hälfte der Elsenbrücke am 16.03.26 erwartet das Bündnis A100 wegbassen keine Verbesserung der Stausituation in den angrenzenden Gebieten. Die vom Senat versprochene Linderung des Verkehrschaos, das seit der Eröffnung des 16. Abschnitts der Stadtautobahn am Treptower Park entstanden ist, wird so nicht eintreten. Vielmehr wird sich der Autostau dann noch weiter nach Friedrichshain ausweiten.

Das breite zivilgesellschaftliche Bündnis A100 wegbassen warnte stets vor der nun eingetretenen Verkehrsbelastung an Elsenbrücke und den angrenzenden Kiezen. Als zusätzliche Stauschwerpunkte werden zukünftig Stralauer Allee und Markgrafendamm hinzukommen. Damit einher gehen mehr Lärm, Feinstaub und Stress für die Anwohnenden. Bei einem Weiterbau der A100 steht das auch Lichtenberg und Prenzlauer Berg bevor.

Das Bündnis A100 wegbassen hatte bereits die Verlängerung der A100 nach Treptow vehement abgelehnt. Es fordert den Stopp der Planungen und des Weiterbaus der A100 vom Treptower Park zur Storkower Straße.

Fabian Flues von der Bürger*innenInitiative A100 (BI A100) sagt zur Fertigstellung der Brücke: “Die BI A100 begrüßt, wenn kaputte Infrastruktur, wie die Elsenbrücke, repariert wird. Angesichts 175 maroder Brücken in Berlin muss die Priorität auf den Erhalt bestehender Infrastruktur gelegt werden. Statt Milliarden Euro für den Neubau von vier Kilometer Stadtautobahn zu verschwenden, fordern wir, diese öffentlichen Mittel in die menschen- und klimagerechte Mobilitätswende zu investieren und für die Sanierung vieler maroder Verkehrswege sowie den Ausbau des ÖPNV auszugeben.”

Dazu ergänzt Katharina Wolf vom BUND Berlin: „Zusätzliche Fahrspuren sind keine Lösung. Sie erzeugen nur mehr Autoverkehr. Das belegt die Situation vor Ort an der Elsenbrücke. Das zeigen aber auch Verkehrsstudien immer wieder. Der Stau weitet sich von Alt-Treptow nach Friedrichshain aus. In der Autologik des Senats gibt es keinen Spielraum für einen besseren Fuß- und Radverkehr. Die angrenzenden Kieze werden durch mehr Kraftfahrzeuge erheblich belastet. Selbst die im Dezember letzten Jahres von der Autobahn GmbH veröffentlichte Verkehrssimulation hat die angespannte Situation bereits prognostiziert. Es zeigt sich, dass eine nachhaltige Stadtentwicklung nicht durch den Ausbau von Straßen, sondern nur durch eine Reduzierung des Autoverkehrs und des ihm zur Verfügung stehenden Platzes erreicht wird.“

Adelheid Rehmann von der KungerKiezInitiative ergänzt: „Für Alt-Treptow sind es gute Nachrichten, dass die Elsenbrücke nun endlich wieder vierspurig ist. Gleichzeitig ist klar: Die Mengen an Autos, die von der Autobahnanschlussstelle in den Ortsteil strömen, führen auch weiterhin zu Ausweichrouten durch die Kieze. Gleichzeitig werden Risiken durch Feinstaub und Stickoxide für Anwohnende und Schulkinder nicht weniger, ganz im Gegenteil: Die Luft stinkt und macht krank! Nicht zuletzt: Die Rotphasen für Fuß- und Radverkehr bleiben weiterhin viel zu lange.“

Hintergrundinformation:
Die von der Autobahn des Bundes GmbH im Vorfeld der Eröffnung der A100-Verlängerung zum Treptower Park beauftragten Simulationen zeigen: Unabhängig davon, wie viele Fahrstreifen auf der Elsenbrücke zur Verfügung stehen, wird die Verkehrssituation im Umfeld voraussichtlich katastrophal bleiben. Die Kreuzungen dahinter werden die Autoflut gar nicht bewältigen können. “Die Knotenpunkte sind die limitierenden Faktoren […] des Verkehrsablaufes”, beschreibt die Studie der Autobahn GmbH.
Nach der Logik, möglichst viel Autoverkehr durch das Gebiet zu schleusen, haben Menschen, die zu Fuß, per Rad sowie per ÖPNV unterwegs sind, das Nachsehen. Fußgänger*innen und Radfahrer*innen müssen zu lange an Ampeln warten. Undisziplinierte Autofahrer*innen blockieren die Kreuzungen, wodurch der Busverkehr behindert wird. Das alles sind Folgen der autozentrierten Prioritätensetzung, die von der schwarz-roten Regierung forciert wird.
 
Über das Bündnis A100 wegbassen:
Das Bündnis A100 wegbassen ist ein vielfältiges Bündnis aus Zivilgesellschaft, club- und subkulturellen Orten, Nachbarschaftsinitiativen, Kulturschaffenden, Klima- und Umweltaktivist:innen, Umweltverbänden, queerfeministischen Gruppen und vielen mehr, die sich gemeinsam gegen den Weiterbau der A100 und für ein lebenswertes Berlin für alle einsetzen. Seit 2023 organisiert das Bündnis unterschiedliche Aktionen, Demonstrationen und Protest-Raves gegen den Weiterbau der A100 im Herzen der Stadt.